Brigitte Kronauer
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Brigitte Kronauer

* 29.12.1940 in Essen
† 22.07.2019
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Angelegt am 23.07.2019
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Gedenkkerze

Hanna Schwichtenberg

Entzündet am 27.07.2019 um 19:41 Uhr

Wa bleibt, ist die Erinnerung , mehr noch die Werke, die uns etwas sagen, die uns berühren und zum Mitfühlen und Nachdenken bringen.

Brigitte Kronauer

23.07.2019 um 20:08 Uhr von Redaktion

 

Brigitte Kronauer  (* 29. Dezember 1940 in Essen; † 22. Juli 2019 in Hamburg) war eine deutsche Schriftstellerin. Seit 1974 lebte und arbeitete sie als Autorin in Hamburg.

Leben

23.07.2019 um 20:08 Uhr von Redaktion

 

Brigitte Kronauer wuchs im Ruhrgebiet auf und begann bereits als Kind mit dem Schreiben erster Geschichten, da sie wegen ihrer unleserlichen Handschrift von ihrem Vater zu Schreibübungen angehalten wurde. Im Alter von 16 Jahren schrieb sie Hörspiele und sandte diese an Verlage. Sie studierte Germanistik sowie Pädagogik und war zunächst einige Jahre als Lehrerin in Aachen und Göttingen tätig. Sie war mit dem Kunstwissenschaftler und Pädagogen Armin Schreiber verheiratet.

 

In den 1970er und 1980er Jahren hatte sie mit der österreichischen Zeitschrift das pult und deren Herausgeber Klaus Sandler Kontakt. Bereits ihr erster Roman Frau Mühlenbeck im Gehäus (1980) erweckte große Aufmerksamkeit. Der Roman Teufelsbrück aus dem Jahr 2000 spielt teilweise in Arosa, wo sich Kronauer regelmäßig im Urlaub aufhielt.

 

Brigitte Kronauer war seit 1988 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und Trägerin zahlreicher Literaturpreise u. a. des Georg-Büchner-Preises (2005). 2011 hielt sie die Tübinger Poetik-Dozentur. Im gleichen Jahr erhielt sie den Bayrischen Literaturpreis (Jean-Paul-Preis) zur Würdigung des literarischen Gesamtwerks. Sie stand mit ihrem Roman Der Scheik von Aachen auf der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse 2017.

 

Im selben Jahr wurde ihr der Thomas-Mann-Preis zuerkannt, die Laudatio hielt Martin Mosebach. Die Preisstifter lobten ihre bisherigen Arbeiten als „[...] Sprachkunstwerke, die formale Kühnheit mit psychologischer Subtilität verbinden.“ Kronauer sei eine „Erbin der großen Tradition Jean Pauls“ und sie besitze „die Fähigkeit, mit der Sprache Äquivalente für eine vielfältig zersplitterte Realität zu bilden, die unter ihren Händen zu einer unverwechselbaren Melodie“ zusammenfinde.

 

Brigitte Kronauer starb im Juli 2019 im Alter von 78 Jahren nach langer und schwerer Krankheit in Hamburg.

Beurteilungen

23.07.2019 um 20:07 Uhr von Redaktion

 

 

Kronauer im Jahr 2013

In der Sendung Doppelkopf von hr2-kultur sagte Kronauer, sie fühle sich der Prosa von Ror Wolf sehr nahe. Eine Würdigung Wolfs von ihr erschien unter dem Titel Auftritt am Horizont bereits in das pult.

 

In einer Rezension für literaturkritik.de schrieb Peter Mohr anlässlich des Romans Verlangen nach Musik und Gebirge (2004):

 

„Brigitte Kronauer ist eine der gebildetsten, sprachmächtigsten und ambitioniertesten Schriftstellerinnen im deutschen Sprachraum. Die gebürtige Essenerin, die seit vielen Jahren in Hamburg lebt und mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet worden ist, hat nun einen Roman vorgelegt, der in Schönheit erstarrt. Ein Buch über die Liebe, über die Kunst, über Philosophie und Politik – ein polyphones, stärker essayistisches als erzählendes Wortgemälde, bei dem jeder Pinselstrich wohl überlegt ist, das aber trotzdem relativ spurlos am Betrachter/Leser vorbeizieht.“

 

Zu einer anderen Einschätzung kam Eberhard Hübner im Spiegel Special (4/2004). Er schrieb über Verlangen nach Musik und Gebirge:

 

„Kronauers Sätze wollen die innere Optik des Lesers verändern, zumindest für die Dauer des Romans. Man wird hineingezogen in ein Kaleidoskop aus Wahrnehmungen und Imaginationen, das mit üblicher Romanrealistik kaum etwas gemeinsam hat.“

 

Und weiter:

 

„Der Titel ist ein Nietzsche-Zitat aus den Aphorismen seiner ‚Morgenröte‘. Es seien ‚Erdichtungen‘, so führt Nietzsche das aus, die diesem Verlangen ‚Spielraum und Entladung‘ geben. Beides erfüllt Brigitte Kronauers Roman in einer für die gegenwärtige deutsche Literatur ganz einzigartigen Weise.“

 

Tilman Krause beschloss seine Kritik in der Welt vom 2. Oktober 2004 mit den Worten:

 

„[…] lustvoll, daß man am liebsten sofort wieder von vorn lesen würde.“

Auszeichnungen

23.07.2019 um 20:06 Uhr von Redaktion

 

Verleihung des Jean-Paul-Preises durch den Bayerischen Staatsminister Wolfgang Heubisch

1985: Fontane-Preis der Stadt Berlin

1987: Preis der SWR-Bestenliste

1989: Heinrich-Böll-Preis

1989: Ida-Dehmel-Literaturpreis

1994: Berliner Literaturpreis

1998: Hubert-Fichte-Preis der Stadt Hamburg

1998: Joseph-Breitbach-Preis

2001: Mainzer Stadtschreiber (zurückgegeben)

2001: Literaturpreis Ruhr

2003: Grimmelshausen-Preis, für Teufelsbrück

2004: Mörike-Preis der Stadt Fellbach

2004: Vilenica-Preis

2005: Literaturpreis der Stadt Bremen, für Verlangen nach Musik und Gebirge

2005: Georg-Büchner-Preis

2011: Jean-Paul-Preis

2013: Samuel-Bogumil-Linde-Preis, gemeinsam mit Eustachy Rylski

2016: Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst

2017: Thomas-Mann-Preis

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